Jeden Sommer verbringt die Biologin Anna auf der russischen Forschungsstation am Kurilensee, einem Kratersee mitten in der Wildnis Kamtschatkas. Sie nimmt Wasserproben, zählt Lachse und Phytoplankton. Der Klimawandel bedroht die Fischbestände des Sees, der wirtschaftlich eine große Bedeutung für die Lachsfischerei hat, einem Wirtschaftszweig, der mehr und mehr in Bedrängnis kommt, da die natürlichen Wachstumspopulationen rückgängig und der Überfischung ausgesetzt sind, und die Tiere empfindlichst auf die Einwirkungen des Menschen reagieren. Jeder in der Station hat eine fixe Aufgabe und als Ganzes steht die Aufgabe in diesem Sommer, eine wissenschaftliche Grundlage dafür zu schaffen, ob mit einer Phosphatdüngung das aus dem Gleichgewicht kippende Ökosystem des Lachssees aufgehalten werden kann, oder ob der Eingriff von fünf Tonnen künstlicher Düngung nicht der Anfang vom Ende ist, ein nicht wieder gut zu machender Eingriff mit unvorhersehbaren Konsequenzen. Die Autorin ist promovierte Biologin und Lyrikerin, die verständlich wissenschaftliche Vermittlung mit einem faszinierenden Blick auf die Natur und deren Zusammenhänge mit sprachlichen Können verbindet.
Absolut empfehlenswert.