Björn Kröger im Gespräch mit der Künstlerin Susanne Bosch über sein Buch Zunehmende Trübung - Geschichte eines klaren Sees
Als tiefster See Brandenburgs ist der malerisch gelegene Große Stechlinsee weithin bekannt für sein klares Wasser. Doch wer genauer hinsieht, erkennt die zunehmende Trübung. Anlass genug, der Geschichte seiner Verunreinigung auf den Grund zu gehen: Theodor Fontane siedelt in seinem nach dem See benannten Roman an dessen Ufern die Geschichte einer Adelsfamilie an. Während der NS-Diktatur ist der Stechlin Austragungsort einer bürokratischen Schlacht zwischen dem nationalistischen Naturschützer Hans Klose und der Hitlerjugend wegen deren ausschweifender Zeltlager. Und in der DDR entwickelt sich der See zum Naherholungsgebiet für die werktätigen Massen, obwohl an seinem Ufer ein Atomkraftwerk errichtet wird, dessen ökologische Auswirkungen eine eigens geschaffene Forschungsstelle überwacht. Doch die Veränderungen der natürlichen Umwelt geschehen in einer Zeitlichkeit, die wir kaum überblicken können. Fest steht nur, dass einmal Vergangenes nicht wieder in die Zukunft gebracht werden kann.
Björn Kröger ist Paläontologe und Kurator am Finnischen Museum für Naturkunde in Helsinki. Er ist am Stechlinsee in der Mark Brandenburg aufgewachsen.
Susanne Bosch arbeitet als bildende Künstlerin im öffentlichen Raum. Sie beschäftigt sich mit Langzeitfragen, die sich mit Demokratiebegriffen und nachhaltigen Zukünften auseinandersetzen.
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